Dienstag, 19. Februar 2008

Es gibt nichts, was es nicht gibt

[mid/hh / Thomas Harloff, MotorVision]

Ein Besuch auf der Essen Motor Show reicht aus, um zu wissen, dass es in Sachen Autozubehör (fast) alles gibt. Die Phantasie der Hersteller kennt kaum Grenzen – besonders, wenn es darum geht, möglichst sinnfreie Accessoires auf den Markt zu werfen. Ganghebel, welche die aktuelle Fahrstufe anzeigen? Nummernschildschrauben im Alienkopf-Design? Navi-Attrappe mit einer CD, die die entsprechenden Ansagen vorgaukelt? Fake-Schiebedach zum Aufkleben? Auspuff-Endrohre, die auf Knopfdruck Feuer spucken? Rost und Schlamm zum Aufkleben? Gibt es nicht, meinen Sie? Gibt es wohl, sagen wir! Die genannten Sachen sind alle von D Motor-Tausendsassa Carsten van Ryssen schon getestet worden.

Doch mit einem hätten selbst wir nicht gerechnet: Ein Gerät, das selbst den ödesten Kleinwagen zum Sport- oder Rennwagen mutieren lässt. Naja, nicht ganz, aber zumindest akustisch. Die Firma in.pro hat mit dem Virtual Motor ein Soundmodul auf den Markt gebracht, das an Radio und Drehzahlmesser gekoppelt wird über die Lautsprecher V8- oder Sechszylinder-Sound zum Besten gibt. Kostenpunkt: Rund 100 Euro, und der Einbau soll auch ganz einfach gehen.

Dass so was keiner braucht, steht nicht zur Debatte. Doch wer lässt sich tatsächlich dazu herab und baut das Ding in sein Auto ein. Für zehn Minuten ist das vielleicht ganz witzig, aber dann? Dann erntet man wahrscheinlich nur noch bemitleidende Blicke von anderen Verkehrsteilnehmern, getreu dem Motto: „Für einen Echten hat´s nicht gereicht, aber man kann ja so tun als ob…“ Trotzdem sind wir uns sicher: Das Ding wird ein Verkaufsschlager!

Akustische Täuschung

Egal ob der hoch drehende V8 eines italienischen Supersportwagens oder markanter Sechszylinder-Boxersound: in.pro. macht selbst aus schlappen Kleinwagen einen Porschekiller – zumindest akustisch.

Der Motorklang prägt entscheidend den Charakter eines Autos und sorgt im besten Fall dafür, dass sich schon beim Anlassen die Nackenhaare aufstellen. Kleinwagenfahrern sind Emotionen dieser Art eher selten vergönnt – bis jetzt. Denn ein neues Zubehörteil von in.pro., „Virtual Motor“ genannt, macht aus jedem Dreizylinder-Motörchen ein mächtiges V8-Triebwerk - zumindest akustisch.

Die Montage ist laut Hersteller denkbar einfach: Zum Einbau muss man das Autoradio ein wenig aus dem Schacht ziehen, das Soundmodul am ISO-Stecker zwischenstecken und das beiliegende weitere Kabel zur Drehzahlübermittlung in den Motorraum legen. Dann muss noch die individuelle Leerlaufdrehzahl eingestellt werden – fertig. Die Bordlautsprecher übertragen dann ein simuliertes Motorengeräusch passend zum Fahrzustand. Per Fernbedienung kann die Lautstärke eingestellt und das gewünschte Triebwerk gewählt werden. Zur Wahl stehen die Klangcharakteristiken "Italo-V8", "Sechszylinder-Boxer", "Rallye" und "Formel-Sport".

Die akustische Täuschung ist für rund 100 Euro erhältlich.