Nanu, was geht da mit dem Nano? Der indische Hersteller Tata will sein Billigauto in vier Jahren auch nach Europa bringen. Doch keine Angst: Nicht das aktuelle, nur 1.700 Euro teure und ausschließlich in Indien gebaute und angebotene Modell soll den Weg in die alte Welt finden, sondern dessen Nachfolger. Dass der derzeitige Nano nicht das Rüstzeug für Europa mitbringt, sehen die Inder sogar selbst ein. Das Auto erfülle weder die europäischen Qualitäts- noch Umwelt- oder Sicherheitsstandards, hat man schon bei dessen Präsentation in Neu Delhi verlauten lassen.
Mangelnden Ehrgeiz kann man den Indern aber nicht vorwerfen – schon mit der nächsten Generation des Billigautos soll das anders werden. „Wir werden in vier Jahren einen Nachfolger entwickeln, der die Abgasvorschriften Euro 5 und die Crash-Anforderungen für Europa erfüllt“, sagte der Chef der Kleinwagenprojekte bei Tata Motors, Girish Wagh, dem Nachrichtenmagazin FOCUS. Und da Selbstkritik bekanntlich der erste Schritt zur Besserung ist, sieht man bei Tata auch ein, dass der Nano (noch) zu viel verbraucht. Im Schnitt genehmigt sich der Kleinstwagen fünf Liter – beim Neuen will man den Verbrauch auf drei Liter drücken.
Allerdings sollte man auch im zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde mitbekommen haben, dass eine solche Expansion kein Selbstläufer wird. So kann man z.B. von der chinesischen Autoindustrie nicht behaupten, im Rest der Welt Fuß gefasst zu haben. Zu altbacken, zu unsicher, zu schlechte Qualität, zu viel kopiert – Autos aus dem Land des Lächelns haben bisher wahrlich nicht für Begeisterungsstürme gesorgt. Aber da man bei Tata – siehe oben – die Qualität seines aktuellen Produkts anscheinend sehr realistisch einzuschätzen weiß, könnte das tatsächlich was werden mit indischen Autos in Europa. Doch Verbesserungen wie die von Tata angestrebten haben ihren Preis – den Nano-Einstiegspreis von 1.700 Euro wird man wohl locker verdrei- oder -vierfachen. Zudem sollte man auch das Design kritisch hinterfragen. Ich würde mich jedenfalls nie freiwillig am Steuer einer solchen Kiste sehen lassen. Dann lieber noch im Daewoo… äh Chevrolet Matiz.
Quelle: Winding Road




0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen